Optimierter Pionier: Das sowiso Haus in Schwyz

Ziel der Schweizer Energiestrategie 2050 ist die Halbierung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Doch wie kann das gelingen? Das «sowiso»-Haus in Schwyz macht es vor. Das als Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) organisierte Gebäude bietet nicht nur Wohnkomfort sondern auch modernes Energiemanagement und – sowiso – erneuerbare Energie. Der Bauherr Max-Peter Felchlin interessiert sich seit Jahren für Alternativenergien und hatte bereits Erfahrungen gesammelt durch den Bau eines Niedrigenergiehauses vor 25 Jahren. Das sowiso Haus wird dank modernen Geräten und Software noch energieeffizienter werden. Das Smart Metering System zur Energiemessung, -optimierung und -abrechnung kommt dabei von smart-me. Die Mieter und Felchlin rufen die Energiedaten von Strom, Wasser und Wärme in Echtzeit im Webportal und in der App ab. Das Energiemanagement integriert auch die drei E-Ladestationen.

Strom aus eigener Herstellung

Früher stand auf dem Grundstück die «sowiso»-Puddingfabrik. Heute steht hier eines der modernsten Wohngebäude des Kantons. Der Eigentümer Max-Peter Felchlin hatte sich schon in der Planungsphase dafür entschieden, einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) zu gründen. Damit schloss er sich als Betreiber der Solaranlage mit den Stromnutzern zusammen. Seine Mieter profitieren vom günstigeren, lokal produzierten PV- Strom. Für Felchlin entstehen zwei Vorteile: Erstens fällt die Zählermiete vom Energieversorger weg und zweitens erhält er einen höheren Preis pro selbst produzierter Kilowattstunde. Den überschüssigen Strom verkauft er an die lokale Energieversorgerin, zusätzlich benötigten Strom bezieht er von ihr.


ZEV: Selber verbrauchen statt einspeisen

Die Wohnungen beziehen Strom und Warmwasser von der lokalen PV- beziehungsweise Solarthermieanlage. Die 3-Phasen Zählern erfassen Energiedaten und senden sie per WLAN in die Cloud. Die Wärme- und Wasserzähler sind mit dem M-Bus Gateway verdrahtet, dieses verfügt ebenfalls über eine WLAN Schnittstelle und bringt die Messwerte in die Cloud. Darüber hinaus wurden Smart Energy Geräte installiert. Das sind beispielsweise Wärmepumpen, Boiler und andere Verbraucher, welche sich über das smart-me System ansteuern lassen.

Alle diese intelligenten Komponenten werden auf der Plattform gebündelt, überwacht, gesteuert, optimiert und abgerechnet. Das Energiemanagementsystem steuert die Energieflüsse im Gebäude automatisch nach selbst festgelegten Wenn/Dann Aktionen. Je nachdem wie viel Energie gerade produziert wird, werden die Heizung, der Boiler und die E-Ladestationen optimiert angesteuert. Dies erhöht den Eigenverbrauch und damit die Rentabilität der PV-Anlage. Sobald die entsprechenden Autos auf dem Markt sind, sollen zukünftig auch die Batterien der Elektroautos als Energiespeicher genutzt werden. Die Komplettlösung beinhaltet neben dem Webportal auch eine App, auf welcher Mieter jederzeit den Live-Energieverbrauch ihrer Wohnung abrufen können.

Die Reichmuth Elektrik AG verbaute und konfigurierte die Zähler und übernimmt auch die Wartung des Energiemanagementsystems. Max-Peter Felchlin erstellt die Energiekostenabrechnung selbst mit dem smart-me Billing Tool und die Visplanum GmbH übernimmt die Optimierung der Gebäudeenergie.

E-Ladestationen in der ZEV

E-Autos haben enormes ökonomisches und ökologisches Potential, wenn sie mit lokal produzierten Solarstrom geladen werden. Pico macht dieses Potential nutzbar, indem sie sich unkompliziert in das Gebäude integriert. Zum Zeitpunkt des Gebäudesbezugs waren deshalb bereits drei E-Ladestationen, eine in der Tiefgarage und zwei auf den Besucherparkplätzen, installiert. Der Elektriker bereitete ausserdem die Tiefgarage mit Flachbandkabeln für eine spätere Erweiterung der Ladeinfrastruktur vor. Über das eCarUp Backend werden die Ladestationen überwacht, gesteuert und abgerechnet.

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