Pionierprojekt in Ins, Kanton Bern

Pionierprojekt in Ins, Kanton Bern

Solarstromanlagen sah man bis vor kurzem vor allem auf Einfamilienhäusern. Der Grund: Die lokalen Elektrizitätswerke hatten bei den Haushalten ein Liefermonopol. Folglich konnte der Liegenschaftsbesitzer den lokalen Solarstrom nichtlokal nutzen, sondern musste ih ins Netz einspeisen. Dies änderte mit der Energiestrategie 2050: Seit dem 1. Januar 2018 wird der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch vereinfacht. Das heisst, der Eigentümer einer Liegenschaft kann sich mit den Mietparteien zu einer Eigenverbrauchsgemeinschaft zusammenschliessen und die Verrechnung der Energiekosten selber übernehmen. Dies macht das Installieren einer Solaranlage auch für Mehrparteienhäuser interessant.

Der Architekt und Pionier Michel Cordey hat in seinem Vier-Familien-Neubau in Ins BE einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bereits eingerichtet. Das Gebäude ist ein Plus-Energie-Bau: Mit Minergiestandard, Wärmegewinnung durch die Luft-Wasser-Wärmepumpe und der Solaranlage auf dem Dach produziert das Haus mehr Energie, als es verbraucht. Seine Frau Ines, die für die Vermietung zuständig ist, erklärt:

«Für viele, vor allem jüngere Paare, ist saubere Energiegewinnung ein wichtiges Argument, sich für eine Wohnung zu entscheiden.»

So sind denn bereits alle 4,5-Zimmer-Wohnungen im Seeländer Dorf vermietet. Im Neubau ist noch genau ein Wasser- und Stromzähler des lokalen Elektrizitätswerks installiert. Die einzelnen Wohnungen haben Zähler, um separat abzurechnen. Möglich macht das die von smart-me entwickelte Technologie, die es auch erlaubt, den in Echtzeit gemessenen Strom- und Wasserverbrauch auf einer App anzuschauen.

Dienstleistungspaket von engytec

Mit der Beratung und Technologie von engytec an seiner Seite verrechnet der Besitzer Strom selber. Die Mieterschaft hat so mehr Transparenz über den Stromverbrauch, und der Vermieter kann den Strom seiner Solaranlage im Haus verkaufen, statt ins Netz zu speisen. Weiterer Vorteil: «Es gibt immer mehr Elektroautos. Heute werden diese oft an Buchsen des Allgemeinstroms aufgeladen. Wir können das verursachergerecht abrechnen.», erläutert Meropi Nassikas, Produkt Managerin bei engytec, «engytec hilft hei der Planung bis zur Inbetriebnahme der neuen Technik mit.» Dieses Angebot hat auch Michel Cordey genutzt.

Flexible Tarifgestaltung

Zurzeit verrechnet er den Stromverbrauch der Mieter noch nach den Hoch- und Niedertarifen des lokalen Werkes. «Wir haben das System erst eingerichtet und müssen Erfahrungen sammeln.» Klar ist aber für Michel Cordey:

«Der Energieanteil bei den Nebenkosten ist viel tiefer als in älteren Liegenschaften.»

Cordey glaubt an die Nutzung von Solarstrom und baut auch bereits ein weiteres Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen in Ins mit dem gleichen System.

Hat das Projekt Ihr Interesse geweckt?

Projektkoordination, Lieferung Hardware, Inbetriebnahme und Konfiguration wurden von unserem Projektpartner engytec AG umgesetzt. Desweiteren erbringt es weiterhin Dienstleistungen im Bereich „Monitoring & Billing“.

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